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Inhalt
Dona Juana hat erfahren, dass ihr Geliebter Don
MartĂn Valladolid verlassen hat, um unter einem falschen Namen – Don Gil – mit einem Empfehlungsschreiben seines Vaters bei dessen Jugendfreund in Madrid um die Hand seiner reichen
Tochter InĂ©s anzuhalten. Wild entschlossen, ihrem durchgebrannten Bräutigam eine Lehre zu erteilen, reist sie ihm nach. Durch Bestechung des Personals erfährt sie, dass InĂ©s und MartĂn
einander im Park kennen lernen sollen. Juana kommt Don MartĂn zuvor und macht, als Mann verkleidet, InĂ©s Avancen. InĂ©s verliebt sich sofort in den jungen Kavalier Don Gil. Das Eintreffen
MartĂns bringt die erwĂĽnschte Verwirrung. InĂ©s lehnt den eben angekommenen „Gil“ ab und beharrt auf ihrem Gil mit den grĂĽnen Hosen. Juana lässt MartĂn ausrichten, sie erwarte von
ihm ein Kind und hätte sich ins Kloster zurĂĽckgezogen, um dem Zorn des Vaters und der Schmach in der Ă–ffentlichkeit zu entgehen. MartĂn bleibt von dieser Nachricht unberĂĽhrt. Jetzt
treibt Juana ihr Spiel auf den Höhepunkt: sie tritt nicht nur als „Gil“ in Männerkleidern, sondern auch als Dona Elvira in Frauenkleidern in Erscheinung. Sie sei auf der Suche nach
ihrem Geliebten, nämlich jenen „Gil“, der InĂ©s heiraten soll. Sie lässt verbreiten, Juana sei inzwischen im Kloster verstorben. MartĂn fĂĽhlt sich von Juanas Rache-Geist verfolgt und
wird in seiner Angst von Tristán, Juanas Diener, bestärkt. Dem ist das ständige Untertauchen seines bartlosen jungen Herrn Don Gil nicht ganz geheuer. Schließlich verliebt sich auch Dona
Clara in Juana-Gil. Und plötzlich stehen vier Don „Gile“ vor InĂ©s´ Balkon – Juana, Clara, Mendo und MartĂn. Es herrscht Verwirrung, kommt zum Streit, die Degen klirren. Bis Juana
ihr Intrigenspiel aufklärt und MartĂn vor der Verhaftung rettet. ReumĂĽtig kehrt er zu Juana zurĂĽck.
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Zum Autor
Tirso de Molina, (mit bĂĽrgerlichen
Namen Gabriel Téllez) wurde in Madrid geboren. Das genaue Geburtsdatum ist nicht geklärt. Es gilt als wahrscheinlich, dass Tirso im Jahr 1579 zur Welt kam, wo er am 29. März in der
Pfarrkirche von San Sebastián getauft wurde. Aber auch die Jahreszahlen 1581 und 1584 werden immer wieder genannt. Seine Eltern waren vermutlich einfache Bedienstete des Conde de Molina de
Herrera. Molina studierte an der Universität Alcalá und trat am 4. November 1600 in den Orden der Mercedarier in Toledo ein. Am 21. Januar 1601 legte er im Kloster San AntolĂn bei
Guadalajara sein OrdensgelĂĽbde ab. 1606 wurde er in Toledo zum Priester geweiht, wo er neben Theologie und Kunst studiert hatte. 1606-1614 lebte er in Toledo, wo er Lope de Vega kennen
lernte und 1611 sein erstes Theaterstück „Los tres maridos burlados“ schrieb. Nach einigen Schwierigkeiten mit kirchlichen Behörden wegen seiner ersten Theateraufführungen zog er sich
zwischen 1614 und 1615 ins Kloster von Estercuel, in Aragonien zurück. 1616 wurde er für zwei Jahre auf eine Mission nach WEstindien gesandt, in das Gebiet der heutigen Domenikanischen Republik, wo er an der Universität von Santo Domingo Theologie lehrte. (Santo Domingo, heute Haiti) 1618 kehrte er von der Reise zurück und lebte in den Klöstern seines Ordens in Madrid, Toledo, Salamanca und Soria. Er nahm an den Sitzungen der Academia poética de Madrid teil, beteiligte sich an den damals in Mode gekommenenen Schreibwettbewerben und schrieb etliche Theaterstücke. Zwischen 1624 und 1633 wurden fünf Teile (Partes)
seiner Komödien veröffentlicht. 1625 wurden aufgrund von „zweifelhaften moralischen Standpunkten in seinen Stücken“ seitens der Junta de Reformación de las
Costumbres (Sittenreformkommission) Sanktionen gegen ihn erhoben. Es sei nicht statthaft sei, dass sich ein Ordensmann in seinen literarischen Werken weltlichen Themen widme. Er
musste Madrid verlassen und wurde nach Sevilla und Cuenca versetzt. 1626 wurde er zum Prior seines Ordens in Trujillo ernannt, wo er bis 1629 blieb. Zwischen 1632 und 1639 hielt er sich in
Katalonien auf. Als offizieller Chronist seines Ordens beendete er dort 1639 die Historia General de la Orden de la Merced, eine Geschichte des Mercedarierordens, die er sieben Jahre
zuvor begonnen hatte. 1640 wurde er wegen erneuter Schwierigkeiten wieder nach Cuenca verbannt. 1645 ernannte man ihn zum Prior des Mercedarier-Klosters in Soria. Dieses Amt hatte er wahrscheinlich bis an sein Lebensende inne. Tirso de Molina starb am 12. März 1648.
Tirso de Molina
gehört neben Lope de Vega und Pedro Calderón de la Barca zu den größten Dramatikern Spaniens. Seine größte Schaffensphase liegt vermutlich in den Jahren 1611 bis 1625, eine Zeit, in der er nach eigenen Aussagen eben zwischen 300 und 400 Stücken geschrieben haben soll, von denen 91 erhalten sind. Molina ist ein Vertreter von Lope de Vega` s „Comedia nueva“,
das heißt, es gibt keine Unterscheidung zwischen Komödie und Tragödie. Die Theaterstücke halten sich nicht an die klassischen dre Einheitenvon Zeit, Ort und Handlung und die handelnden
Figuren entstammen sowohl den höheren als auch den niederen Ständen. Gegen das Konzept der „Reinheit“ der literarischen Gattungen wandte er ein, dass auch im Alltagsleben Komisches und
Tragisches, Hohes und Niederes vermischt sei, und so sollte auch das Drama die Realität adäquat wiedergeben. Wie Lope de Vega vertraute er nicht auf übertriebene Bühneneffekte, legte aber
groĂźen Wert auf Szenen, in denen die Schauspieler mit ihrer Kunst brillieren konnten.
TheaterstĂĽcke:
Weltliche Dramen
La villana de Sagra (1611) - Don Gil de las calzas verdes (Don Gil von den grünen Hosen) - geschrieben um 1615 -Marta la piadosa (geschrieben um 1615) - La villana de Vallecas - El burlador de Sevilla o convidado de piedra (um 1619) – erste Don Juan Dramatisierung - Los cigarrales de Toledo (1624) - El castigo del penseque (1613)
Historische Dramen
La prudencia en la mujer (»Die Weisheit der
Frauen«) - Pizarro-Trilogie: Todo es dar en un cosa, Amazonas en las Indias, La lealtad contra la envidia
Biblische Dramen
La vida y muerte de Herodes , La mujer que manda
en casa
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Dona Juana
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Natalie June OBERNIGG
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Dona Inés
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Nicole REST-LANKMAYER
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Dona Clara
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Zeynep BUYRAC
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Don MartĂn
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Oliver ARNO
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Don Mendo
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Florian GRAF
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Don Pedro, Vater von Dona Inés
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Walter BENN
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Lombardo, Diener von Dona Juana
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Franz SUHRADA
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Tristán, Diener von Dona Juan a
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Georg KUSZTRICH
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Osorio, Diener von Don MartĂn
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Tobias EISELT
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Dona Celia, Tante von Dona Clara
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Sissy NEUMĂśLLER
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Don Diego, Vater von Dona Juana
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Karl Maria KINSKY
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Ein Gerichtsdiener
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Bernie FEIT
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BĂĽhne/ KostĂĽme
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Werner SCHĂ–NOLT
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Musikalische Leitung
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Helmut STROBL
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Fechtchoreographie
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Tobias EISELT/ Florian GRAF
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Bearbeitung/ Dramaturgie
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Peter W. HOCHEGGER
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Regieassistenz
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Sissy NEUMĂśLLER
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Regie
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Peter W. HOCHEGGER
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Zum StĂĽck
Ihr Frauen, soll die Ehe glĂĽcklich werden,
behaltet lieber selbst die Hosen an!
Nicht zuletzt durch zahlreiche Eroberungen hat
der junge Nationalstaat Spanien schnell an Selbstbewusstsein gewonnen. Im 17. Jahrhundert aber begann dieses Selbstbewusstsein der Spanier brĂĽchig zu werden. Durch den Untergang der Armada
ĂĽbernahm England die Vormachtstellung als Seemacht, Portugal ging verloren. Die Katholischen Kirche hatte auf die Gesellschaft immer groĂźen Einfluss. Die Inquisition und ihre grausamen
Foltermethoden im Mittelalter haben ihre Spuren hinterlassen. Kein Wunder, dass der Glaube an Zauber, Geister und Gespenster weit verbreitet war, wenn die Kirche selbst Jahrhunderte lang
Hexenverbrennungen vornehmen ließ. Auch die Gesellschaft selbst war noch sehr von den mittelalterlichen Umgangsformen geprägt. Strenger Glaube, überzogene Ehre, puritanische
Lebenseinstellung, starres Rechts- und Ordnungsprinzip waren die Eckpfeiler eines stur patriarchalen Gesellschafts-systems, in dem die Frau eine verehrte, aber untergeordnete Rolle gespielt
hat.
In diesem Kontext erzählt der Geistliche Tirso
de Molina von einer Frau, die sich ihrer zur Passivität verdammten Rolle entledigt, dreist in Männerkleidung schlüpft und ihrem untreuen Geliebten nachreist. Aber nicht um sich an ihm zu
rächen, sondern um ihm eine Lektion in Sachen Liebe zu erteilen. Sie wartet nicht darauf, dass sie genommen wird, sie nimmt sich, was ihr versprochen wurde. Sie lässt Gnade vor Recht
ergehen und gibt ihrem abtrĂĽnnigen Geliebten eine neue Chance. So zeigt sie ihm, dass Liebe und Vergebung mehr Bedeutung hat, als Ehre.
Juana als emanzipierte Frau zu bezeichnen, wäre
zu weit gegriffen. Man darf sie aber als ein zu Mensch gewordenes Gegenprinzip zur starren Weltordnung des Patriarchats verstehen: Liebe vor Ehre, Gnade vor Recht, Vergebung vor Rache,
Lebensfreude vor Selbstbeschneidung und so weiter. So gesehen ist diese Komödie ein Entwurf zu einem neuen Gesellschaftsbild in einer Phase des Umbruchs vom nachbebenden Mittelalter zur noch
pubertierenden Neuzeit, in dem die tradierten Werte überprüft werden sollen, um der Humanität mehr Raum zu geben. Ein Plädoyer für Menschlichkeit, das in so manchen Punkten bis heute
ungehört geblieben ist.
Es heiĂźt, Molina habe durch sein Amt als
Beichtvater tiefe Einblicke vor allem in die „weibliche Seele“ erhalten. Vielleicht sollten wir unseren Frauen öfters zuhören - wir Männer!
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